Der Norden von Indien

Während der Himalaya mit seinen heiligen Gipfeln, tibetischen Klöstern und Hill Stations zum Wandern, zu Wildwasserfahrten und zur Entspannung einlädt, lockt Uttar Pradesh mit einem reichen Mogul-Erbe – dessen unzweifelhafter Höhepunkt das Taj Mahal in Agra ist – und dem Anblick rätselhafter Pilgerrituale am heiligen Ganges, der Hauptschlagader des Hinduismus.

Das politische Herz des Landes schlägt hingegen in Delhi. Hier bilden die Hinterlassenschaften des Raj, der britischen Kolonialherrschaft, einen faszinierenden Gegensatz zum lebhaften, überwiegend moslemisch geprägten Old Delhi. Von Delhi ist es nicht weit nach Rajasthan, das mit seinen extravaganten Palästen, imposanten Festungen, Kamelsafaris, stolzen Rajputen-Nachfahren und starren Kastenhierarchien für viele den Inbegriff indischer Exotik darstellt.

Zur Küste hin schließt sich der wohlhabende und weitaus seltener besuchte Bundesstaat Gujaratan, der vor allem für sein ausgefallenes Kunsthandwerk, seine einzigartigen Stufenbrunnen und Moscheen im indo-islamischen Stil bekannt ist. Ein exotischer Flecken in dieser Landesecke ist die ehemals portugiesische Kolonie Diu, die neben viel mediterranem Flair die im Norden Indiens ansonsten seltene Gelegenheit zu einem Bad im Meer bietet.

Wer auf Strandurlaub nicht verzichten mag, kann die Küste weiter nach Süden bis nach Goa fahren und dabei unterwegs noch die Metropole Mumbai und die Höhlen von Ellora und Ajanta, die Highlights von Maharashtra „mitnehmen“. Das touristisch kaum erschlossene benachbarte Madhya Pradesh umfasst nicht nur die für ihre erotischen Skulpturen weltberühmte Tempelstätte Khajuraho, sondern mit seinen dichten Waldbeständen auch urtypisches Kipling-Land. Der noch weniger erforschte Nordosten des Landes bietet saftig grüne Berge, ein buntes Völkergemisch sowie eine reiche Flora und Fauna. All diese verschiedenartigen Regionen bilden zusammen einen kulturellen und religiösen Schmelztiegel. 

Die Wiege der Kultur zieht seit langem Menschen aus Ost und West an. Sie suchen z.B. in einem der vielen Meditationszentren oder Ashrams nach spiritueller Erfüllung. Weniger bekannt ist, dass der Norden Indiens neben all den religiösen Zentren, berühmten Bauwerken, farbenfrohen Festen und Basaren auch einige bedeutende Tierschutzgebiete birgt, in denenTiger, Löwen, Antilopen, seltene Vogelarten und Elefanten zu Hause sind. Der Norden Indiens hält für jeden Besucher aber noch weitaus mehr Überraschungen bereit – Mysterien, die es zu entdecken gilt; Gegensätze, die verwirren oder aufwühlen; und exotische Ansichten, die bezaubern. So erlebt hier garantiert jeder sein ganz persönliches Wunder.  

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